|

Das
zwischen 1770 und 1778 als Palais der Freiherren Riedesel
zu Eisenbach erbaute Barockschlößchen "Hohhaus"
beheimatet seit 1931 die Sammlung des Lauterbacher Museums,
das schon 1910 gegründet wurde. Der kostbarste Schatz
des Museums ist der um 1480 entstandene spätgotische
Marienaltar. Er stammt aus der alten gotischen Lauterbacher
Kirche, die im 18. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen
wurde. Als Doppelflügelaltar zeigt er drei verschiedene
Wandlungen. Im Innern befindet sich ein Schrein mit geschnitzten
Figuren, der von gemalten Szenen flankiert wird.
|
|
|
Eine weitere Attraktion des Museums sind handgemalte Tapeten
aus China, die Graf Carl von Schlitz, gen. von Görtz von
einer Weltreise mitbrachte, die er um 1840 unternahm. Daneben
sind weitere Gegenstände aus China und Japan ausgestellt. |
Die vorgeschichtlichen Funde der älteren und jüngeren
Steinzeit, besonders auch die Ausgrabungsergebnisse von Hügelgräbern
der Bronze- und Hallstattzeit, sind beachtlich. Ein eindrucksvolles
Bild des ritterlichen Lebens zeichnen die mittelalterlichen
Funde aus der 1265 zerstörten Burg Wartenberg. |
 |
|
|
Einige Räume des Museums sind im Stil verschiedener Epochen
eingerichtet worden, das "Lauterbacher Zimmer", das
Barock- und das Empire-Zimmer und das Biedermeierzimmer. Spezielle
Abteilungen sind dem Handwerk gewidmet. Schuster, Sattler, Töpfer,
Hutmacher, Zimmermann oder Schindelmacher - diese und weitere
Berufe werden vorgestellt.
|
Ein Schwerpunkt des Museums ist die Sammlung von handgeschmiedeten
Schlössern, Beschlägen, Türgriffen und Schlüsseln.
Daneben gibt es eine umfangreiche Waffensammlung. |
|
|
|
Vogelsberger Bauernstuben mit bemalten Schränken und geschnitzten
Stühlen, eine Küche mit gemauertem Herd und Schlafstuben
mit Himmelbett und Wiege, ferner Trachten aus dem Vogelsberg
und dem Schlitzerland, dazu eine umfangreiche Sammlung landwirtschaftlicher
Geräte, all das vergegenwärtigt die bäuerliche
Welt.
|
Im Gärtnerhaus hinter dem Hohhaus-Palais befindet sich
die geologische Sammlung mit Exponaten aus der wegen des "Lauterbacher
Grabens", einem tertiären Grabenbruch, geologisch
höchst interessanten Umgebung Lauterbachs.
Der Vortragssaal im Obergeschoss hat 60 Sitzplätze. |
|
|
|
Im
Nebengebäude, durch den Torbogen erreichbar, befindet sich neben den
drei Remisen die Museumsdruckerei. Im Obergeschoss sind Magazinräume
untergebracht. Ausserdem wurde dort ein historisches "Klassenzimmer der Kaiserzeit"
eingerichtet. |
Das Hohhaus-Palais wurde in den Jahren 1770 bis 1778 - also im ausklingenden
Rokoko - von General Georg Friedrich Riedesel Freiherr zu Eisenbach
für die Riedeselschen Familien erbaut und von diesen bis
zum Jahre 1907 bewohnt. Es war für sie ein Hof-Haus, für
die Bewohner Lauterbachs zunächst das Hohe-Haus, und daraus
wurde später in der Kurzfassung das Wort "Hohhaus".
Die Familie Riedesel gab 1945 das Haus auf, nachdem es bereits
seit 1931 als Museum gedient hatte. Heute ist es im Besitz der
Stadt Lauterbach, und diese hat es dem Verein "Lauterbacher
Museum e.V." für seine Arbeit zur Verfügung gestellt.
|
|
|
|
Erbaut wurde das Palais von dem Baumeister Georg Veit Koch aus
Rodach bei Coburg. Beachtenswert sind die von den süddeutschen
Meistern Wiedemann und Hoys gefertigten Stukkaturen. Sie sind
im Erdgeschoß eher verhalten, steigern sich im ersten
Geschoß und lassen den Saal, der im Rokokostil gehalten
ist und mit malachit-grüner Bemalung auf licht-ockergelbem
Grund sowie reiche Vergoldung aufweist, in faszinierendem Glanz
erstrahlen. Aber auch die anderen Bauteile zeigen meisterliche
Arbeiten, so die prächtigen Haustüren im Hauptgebäude
und in den Seitenflügeln, Schöpfungen des Meisters
Kilian Eschenbach aus Königshofen. Er fertigte auch das
in ornamentalen Formen geschnitzte Treppengeländer. |